„101 Referat – Wie du bessere Vorträge an der Uni hältst“

Bei vielen von uns hat das Semester wieder angefangen. In den Seminaren, Übungen und Tutorien werden jetzt die neuen Referate vergeben. Doch was genau bedeutet das für dich? Was macht ein Referat aus und wie schaffst du es, ein sehr gutes Referat abzuliefern ohne nervös zu sein? Welche Anforderungen gibt es, wie lang soll dein Vortrag sein, wie kommst du an gute Literatur, brauchst du wirklich ein Manuskript und was ist überhaupt eine gelungene Präsentation? Diese und anderen Fragen möchte ich in dieser Reihe abarbeiten.

101 Referat

Der Beitrag richtet sich sowohl an all euch Erstis da draußen, als auch an bereits fortgeschrittene Studierende, die vielleicht noch das eine oder andere verbessern möchten. Anwendbar sind die Tipps in den meisten Fächern, ich kenne die Methoden aus der Kunstgeschichte und anderen Geisteswissenschaften.

Was ist ein Referat?

Ein Referat ist in erster Linie ein mündlicher Vortrag, der zu Hause ausgearbeitet und im Plenum vorgetragen wird. In einem Referat geht es vor allem darum, das zugeteilte oder ausgesuchte Thema zu beleuchten, einen mehr oder weniger groben Überblick darüber zu geben und dann, am Ende des Semesters diesen gegebenenfalls näher auszuarbreiten, woraus dann deine Hausarbeit entsteht.

Was ein Referat ist:

  • Eine Vorstellung des Themas
  • Ein mündlicher und wissenschaftlicher Vortrag
  • Die Präsentation von Bildmaterial
  • Gut durchdacht und gegliedert (Roter Faden)
  • Ein Vortrag bei dem deine Kommilitonen etwas lernen
  • Ein erster Einstieg in dein Hausarbeitsthema

Was ein Referat nicht ist:

  • Eine vorgelesene Hausarbeit
  • Ein Laufsteg, um dich total lässig zu präsentieren

Die Themenvergabe

Die Themen werden meist von den Lehrenden vorgegeben und in der ersten Sitzung des Semesters verteilt. Hier heißt es: Wer zu erst kommt, mahlt zu erst. Es lohnt sich also, dich schnell zu entscheiden. Manchmal werden die Themen auch im Vorfeld über E-Mails oder E-Learning-Plattformen vergeben. Dort musst du dir z.B. drei mögliche Themen aussuchen, die dann nach Priorität vergeben werden. Sei aufmerksam, damit du die Vergabe nicht verpasst!

Am besten ist es natürlich, wenn du dein absolutes Wunschthema bekommst, doch auch wenn dich das Thema zunächst nicht sehr interessiert, kannst du daraus ein tolles Referat zaubern!

Wie lang ist ein Referat?

Wie lang ein Referat ist hängt von vielen Faktoren ab. Wie groß ist dein Seminar? Müssen nur fünf oder eher 25 Leute ein Referat halten? Wie viele Leistungspunkte bekommst du für das Referat? Hältst du ihr das Referat in einer Gruppe oder alleine?

Bei uns gibt es in erster Linie drei Typen von Referaten: Das Proseminar-Referat, das etwa 15 bis 20 Minuten lang ist, das Hauptseminar-Referat, das 40 bis 45 Minuten Redezeit umfasst und kleine Vorträge, die in Übungen und Tutorien lediglich einen kurzen Überblick geben sollen, diese sind meist 5 bis 10 Minuten lang.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Meist sind die Termine für die einzelnen Referatsthemen im Seminarplan festgelegt. Das bedeutet, dass die eine nur eine Woche und der andere knapp 15 Wochen Zeit zum Erstellen des Vortrags hat. Das ist natürlich ein wenig unfair, aber beides funktioniert! Bei den ersten Referaten sind die Seminarleiter:innen meist gnädig, was die Bewertung anbelangt.

Wie lange du für die Vorbereitung brauchst hängt sowohl von deinem Thema, der Länge des Vortrages als auch von deiner eigenen Geschwindigkeit ab. Nicht zuletzt ist auch dein Anspruch an dich selbst entscheidend.

Sicherlich kannst du ein Referat innerhalb von zwei Tagen runter hacken   Dozent:innen und auch die anderen Teilnehmenden merken aber, wenn dein Referat nur mal eben auf die Schnelle erstellt wurde. Unsortierte Folien und schlecht recherchierte Inhalte sind vor allem für dich selbst unangenehm, schließlich stehst du vorne und musst die Ruhe bewahren. Mit Aufschieben tust du dir selbst also keinen Gefallen! Mit viel Übung und einer guten Portion Vorwissen kannst du natürlich auch in kurzer Zeit ein gutes Referat zaubern aber gerade am Anfang deines Studiums solltest du dir deine Vorbereitungszeit gut einteilen.

Du brauchst Zeit, um eine Gliederung zu erstellen, um Literatur zu sondieren, sie zu lesen und deine Gedanken dazu aufzuschreiben. Dann kommt noch die Bildrecherche dazu, die bei uns Kunsthistorikern einen immensen Teil der Arbeit einnimmt. Diese musst du dann in eine Präsentation einbinden, die auf den Text abgestimmt ist. Außerdem brauchst du Zeit, um deine Präsentation gemeinsam mit dem Text durchzugehen.

Also, mein Tipp: Fange so früh wie möglich mit der Literatursuche an und arbeite kontinulierlich an deinem Referat, so bist du auf alles vorbereitet und kannst ganz entspannt dein Thema vortragen.

Für wen gelten diese Tipps?

Last but not least: Die Anforderungen an ein Referat sind universitätsspezifisch und variieren sogar von Lehrperson zu Lehrperson. Ich versuche, dir ein paar Basics an die Hand zu geben, die du größtenteils unabhängig von Termin, Länge etc. nutzen kannst. Achte aber trotzdem immer darauf, was dein Dozent erwartet und halte dich an seine Vorgaben.


Nun bist du dran: Womit hast du Probleme bei Referaten? Wo siehst du große Fragezeichen oder möchtest du einfach etwas loswerfen? Ist überhaupt Bedarf für das Thema da?

Lass einen Kommentar da und ich werde versuchen es in den nächsten Beiträgen über „101 Referate“ unterzubringen!

2 Kommentare zu „„101 Referat – Wie du bessere Vorträge an der Uni hältst“

  1. Liebe Lara!
    Die Idee der Reihe finde ich gut, gerade in den ersten Semestern war ich irgendwie total überfordert mit den ANforderungen. In der Schule waren Referate bei mir ganz anders… Was ich noch immer befremdlich finde ist der Vortrag an sich. Ich bin immer sehr unsicher und wollte fragen, ob du ein paar Tipps dagegen hast?

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Miriam,
      Danke für deinen Kommentar und dein Feedback! Ich kann dir da vollkommen zustimmen, an der Schule wurde z.B. immer erwartet möglichst frei zu sprechen (wenn überhaupt mit Karteikarten), während wir uns an der Uni ein Manuskript mit vollständigem Fließtetxt ausdrucken…

      Auf meiner Liste steht ein Beitrag zum Vortrag und zur Nervosität. Ich würde dir auf jeden Fall raten, das Referat möglichst früh zu üben. Einfach mehrmals durchsprechen, laut und in dem Tempo, in dem du dein Referat halten möchtest. Wenn du deinen Text gut kennst, bist du viel ruhiger, weil einfach weniger schiefgehen kann. Allgemeines Lampenfieber bekommt man glaube ich nur durch Übung weg… Ich werde mich da aber noch mal genauer informieren, vielleicht finde ich ja noch ein paar Tipps, die dir helfen!
      Liebe Grüße

      Liken

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