Fassadenbeschreibung: Fontana di Trevi/ Trevi-Brunnen

Willkommen zu meiner ersten Fassadenbeschreibung! Während der Einfühung in die Architektur habe ich munter einige Gebäude beschrieben und ja, hier ist eine davon! Ich hoffe, mein kleines Beispiel einer Beschreibung wird dir helfen. Ich habe festgestellt, dass alleine das Durchlesen solcher Texte sehr hilfreich sein kann. Man merkt sich einige Fachbegriffe, die Formulierungen… Also viel Spass beim Lesen!

„Trevi Fountain, Rome, Italy 2 - May 2007“ von Diliff - Eigenes Werk. Photo by David Iliff. License: CC-BY-SA 3.0
„Trevi Fountain, Rome, Italy 2 – May 2007“ von Diliff – Eigenes Werk. Photo by David Iliff. License: CC-BY-SA 3.0

Der Fontana di Trevi in Rom ist ein sakrales Bauwerk mit spätbarocken und klassizistischen Zügen, welches kunstvoll mit dem davor befindlichen Brunnen verbunden ist. Entworfen wurde das Gebäude samt Brunnen von Nicola Salvi und zwischen 1732 und 1762 erbaut.

Die Fassade des Fontana di Trevi ist in neun Achsen gegliedert und hat drei Vollgeschosse sowie ein nur in den Rücksprüngen befindliches Attikageschoss. Es handelt sich um eine Ordnung auf dem Podium.

Zentral springt ein Mittelrisalit mit Triumphbogenmotiv hervor. Er besitzt drei Achsen welche jedoch durch keine Lichtöffnungen durchbrochen sind. Das Podium ist vermutlich, wie in den Rücklagen rustiziert und scheint teilweise in die Felsenarchitektur des Brunnens überzugehen. Über dem Podium befindet sich eine korinthische Ordnung, welche sich in Form von vor Pilaster gelegte Säulen über die beiden oberen Geschosse erstreckt.

Die Zentralachse des Brunnens bildet eine Konche mit kassettierter Kalotte und eingestellter ionischer Ordnung, deren Gebälk sich über den Risalit und über die Rücksprünge weiterzieht.

Der Bogen der Konche ist architraviert und mit Blattwerk gerahmt. Der Schlussstein der Kalotte ist muschelförmig.

Die Figur, welche zentral in die Konche gestellt ist, bildet sowohl den Mittelpunkt des Gebäudes als auch den des Brunnens. Die Konche wird flankiert von je zwei übereinander liegenden, durch das ionische Gebälk voneinander getrennten hochrechteckigen Nischen. Die jeweils unteren sind mit Figuren besetzt, die oberen sind Reliefbildfelder. Über der Kolossalordnung und ihrem Gebälk ruhen Postamente, zwischen denen ein Schriftzug mit der Inschrift „perfecit benedictus XIV pon max“ verläuft. Als abschließendes Gebälk läuft ein verkröpfter Zahnschnittfries über den Risalit und die Rücklagen. Am Risalit folgen darauf Statuen, welche jeweils von Kassetten voneinander getrennt sind, wobei die mittlere eine Inschrift trägt. Bekrönt wird der Risalit durch eine Kartusche mit einem Wappen, welches von zwei Engeln und einer Attikabalustrade flankiert wird. Auf der Kartusche ruhen eine Mitra und zwei Schlüssel, welche das Gebäude auch auf den ersten Blick als sakral kennzeichnen.

Die Rücklagen sind ähnlich wie der Risalit aufgebaut; Das Podium mit den hochrechteckigen Fenstern ist mit Flachrustika versehen. Auf dem Podium ruht die korinthische Kolossalordnung, welche hier im Gegensatz zu dem Risalit auf Pilaster reduziert wurde. Die jeweils drei Interkolumnien sind als Achsen mit Fensteröffnungen gegliedert. Im Piano Nobile sind die Fenster von Ädikulaen mit Säulen und Dreiecksgiebel gerahmt. Vor den Fenstern befinden sich, auch Konsolen ruhende Balustraden. Das Piano Nobile wird von dem ionischen Gebälk der eingestellten Ordnung im Risalit vom zweiten Obergeschoss getrennt. Im zweiten Obergeschoss finden sich wieder hochrechteckige Ädikulafenster mit auf Konsolen gestützten Balustraden. Die Ädikulae sind hier allerdings in Pilaster und Segmentbogen gegliedert.

Über den Kolossalpilastern verläuft der auch hier verkröpfte Zahnschnittfries des Mittelrisalits als abschließendes Gebälk. In den Rücklagen folgt darauf ein Attikageschoss, welches durch rechteckige Fenster und Relieffelder im Wechsel und einem schmalen darüber liegenden Gesimskranz das Bauwerk abschließt.

Ps. Die hier veröffentlichte Fassadenbeschreibung basiert auf meinem Wissen aus dem Studium und eigenen Formulierungen. Wenn ihr Teile daraus verwenden möchtet, wendet euch bitte an mich!

3 Kommentare zu „Fassadenbeschreibung: Fontana di Trevi/ Trevi-Brunnen

  1. Ich sag mal so – um mich klar auszudrücken:

    „O wie fühl ich in Rom mich so froh, gedenk ich der Zeiten,
    Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing,
    Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte,
    Farb- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag,
    Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes
    Düstre Wege zu spähn, still in Betrachtung versank.
    Nun umleuchtet der Glanz des helleren Äthers die Stirne.
    Phöbus rufet, der Gott, Formen und Farben hervor.
    Sternhell glänzet die Nacht, sie klingt von weichen Gesängen,
    Und mir leuchtet der Mond heller als nordischer Tag.
    Welche Seligkeit ward mir Sterblichem! Träum ich? Empfänget
    Dein ambrosisches Haus, Jupiter Vater, den Gast?
    Ach, hier lieg ich und strecke nach deinen Knieen die Hände
    Flehend aus. O vernimm, Jupiter Xenius, mich!
    Wie ich hereingekommen, ich kanns nicht sagen: es faßte
    Hebe den Wandrer und zog mich in die Hallen heran.
    Hast du ihr einen Heroen herauf zu führen geboten?
    Irrte die Schöne? Vergib! Laß mir des Irrtums Gewinn!
    Deine Tochter Fortuna, sie auch! die herrlichsten Gaben
    Teilt als ein Mädchen sie aus, wie es die Laune gebeut.
    Bist du der wirtliche Gott? O dann so verstoße den Gastfreund
    Nicht von deinem Olymp wieder zur Erde hinab!
    »Dichter! Wohin versteigest du dich?« – Vergib mir: der hohe
    Kapitolinische Berg ist dir ein zweiter Olymp.
    Dulde mich, Jupiter, hier, und Hermes führe mich später
    Cestius Mal vorbei, leise zum Orkus hinab…“

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  2. „Visiting churches and palaces, all of the ruins and the pillars,
    I, a responsible man, profit from making this trip.
    With my business accomplished, ah, then shall only one temple,
    AMOR’s temple alone, take the initiate in.
    Rome, thou art a whole world, it is true, and yet without love this
    World would not be the world, Rome would cease to be Rome…“

    „Ho lasciato il mio amore laggiù a Fontana di Trevi
    e lasciandolo dissi che un giorno ritorno farò.
    Lei mi attende ogni sera vicino a quell’acqua d’argento
    mentre dentro il ricordo pian, piano sussurra e gli fa…“

    (I left my love at Fontana di Trevi…)

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  3. „Noch betracht ich Kirch und Palast, Ruinen und Säulen,
    Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt.
    Doch bald ist es vorbei: dann wird ein einziger Tempel
    Amors Tempel nur sein, der den Geweihten empfängt.
    Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe
    Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom…“

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